Klimainiative wird zum Verein

Giessener Anzeiger vom 22.9.2021

Aus einer Bürgerinitiative wurde ein gemeinnütziger Verein.

Die Klimainitiative Linden wurde nun durch zehn Gründungsmitglieder im Evangelischen Gemeindehaus Großen-Linden aus der Taufe gehoben. Einstimmig wurde die von Pfarrer Axel Zeiler-Held vorgestellte Satzung beschlossen und dieser zum Gründungsvorsitzenden gewählt. Dem vierköpfigen Vorstand gehören als stellvertretende Vorsitzende Dr. Sandra Herrmann, Schatzmeisterin Eva Gries und Schriftführerin Janine Stein an. Beschlossen wurde ein Mindestmitgliedsbeitrag für Personen ab 16 Jahren von sechs Euro jährlich, um möglichst vielen Menschen eine Mitgliedschaft zu ermöglichen.
25 Monate zuvor war die Klimainitiative Linden an gleicher Stätte als Bürgerinitiative ins Leben gerufen worden. Vor allem durch Fahrradprotest- und Müllsammelaktionen, aber auch durch zwei Klimatage setzte die Bürgerinitiative Akzente. Ausgearbeitet und vorgestellt wurde auch ein Verkehrswendeplan. Als Verein will die Klimainitiative den Umweltschutz, insbesondere den Klimaschutz, in Linden nachhaltig unterstützen und fördern. „Die Gründungsmitglieder kommen aus der Mitte der Gesellschaft und wollen dem Klimawandel bürgerschaftliches Engagement entgegensetzen mit dem Ziel, hierdurch zu einem Umdenken bei den Bürgern und der Politik beizutragen. Insbesondere geht es um die Reduzierung des Ausstoßes klimarelevanter Emissionen in der Stadt Linden, die Förderung und Nutzung von regenerativen Energiepotenzialen und die aktive Förderung von Klimaschutzmaßnahmen und -projekten jeglicher Art; die Information für die Bürger ‚sowie Unternehmen über Maßnahmen des Klimaschutzes und der COz-Reduzierung; die Vernetzung unterschiedlicher Akteure und die Einbindung bestehender Initiativen. Dies geschieht durch Informations-, Aufklärungs: und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Durchführung von Maßnahmen zum Klima- und Umweltschutz.
Der Verein handelt in sozialer und gesellschaftlicher Verantwortung und fühlt sich im hohen Maße dem Gedanken des Umweltschutzes im Allgemeinen und des Klimaschutzes innerhalb der Region Linden im Besonderen verpflichtet. Der Verein ist parteipolitisch neutral. „Jedes Amt ist Frauen, Männern und Menschen diversen Geschlechts zugänglich“, heißt es in der Präambel des neugegründeten Vereins.
Als Vereinszweck festgelegt wurde die Förderung des Umweltschutzes, insbesondere des Klimaschutzes, in Linden und der Förderung des bürgerschaflichen Engagements zugunsten gemeinnütziger Zwecke. Ziel des Vereins ist es, durch lokales bürgerschaftliches Engagement ‚einen Beitrag zum Klimaschutz in Linden zu leisten. Dies soll durch stetiges und regionales Vernetzen der Bürger, der Unternehmen, der Verwaltung und der politischen Mandatsträger zum Zwecke des Erfahrungsaustauschs und der Förderung klimafreundlicher Maßnahmen; Initiieren, Koordinieren und Durchführen gemeinschaftlicher Aktionen, Kampagnen und Veranstaltungen; Aufarbeitung und verfügbar machen von Informationen; Förderung von umweltverträglichen Maßnahmen wie den Ausbau von regenerativen Energien auf Basis von Wind, Sonne, Wasser, Erdwärme und Biomasse; Förderung von klimafreundlichen Mobilitätskonzepten durch Information und ehrenamtliches Engagement erreicht werden.
Festgelegt wurde, dass der Vorstand aus Vorsitzender, stellvertretender Vorsitzender, Schatzmeister und Schriftführer sowie maximal zwei Beisitzern besteht und durch die Mitgliederversammlung für drei Jahre gewählt wird. Diese muss stets im ersten Quartal eines Jahres einberufen werden. Nach den Vorstandswahlen und der Festlegung des Mitgliedsbeitrags ging es abschließend um anstehende Termine. Erneut wurde durch Hessen Mobil der für Oktober beantragte Pop-up-Fahrradweg in der Frankfurter Straße in Großen-Linden mit dem Hinweis auf den hier durchfahrenden Schwerlastverkehr nicht genehmigt. Eine mögliche Klage wurde verworfen, da eine solche nicht dem Vereinszweck dienlich wäre, die Bürger für die Vereinszwecke zu gewinnen. Bei Popup-Fahrradwegen handelt es sich um eine Art leichtes Herantasten an die Möglichkeit, Autofahrer und Radfahrer separat einen getrennten Bereich anzubieten. Denn nur dann können beide Fortbewegungsmittel optimal genutzt werden, wie mit einem Hinweis auf die Radnationen Niederlande oder Dänemark, wo Pendler fast ausschließlich mit dem Fahrrad unterwegs sind, angemerkt wurde.
Ein weiteres bereits angestoßenes Projekt, das nun angegangen werden soll, ist die Umwidmung des Mittelwegs zur Fahrradstraße. Hierzu soll es einen Informationsstand, am besten in Verbindung mit der Umsetzung dieses bereits der Stadt vorliegenden Wunsches der Klimainitiative, vor Ort geben.
Weiterhin soll der bereits erarbeitete und vorgestellte Verkehrswendeplan den Bürgern nähergebracht werden.

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