Klimatag 2025

Herzliche Einladung zum Klimatag 2025 , Schulstraße Leihgestern am 29.Juni 11-16 Uhr

Sechster Klimatag in Linden

Am Sonntag dem 29.6.2025 lädt die Klimainitiative Linden zum 6. Klimatag in der Schulstraße in Leihgestern ein.
Die Straße wird von 10.00 bis 16:00 gesperrt und zum Ort gefahrloser Begegnung und Bewegung werden.
Die Klimainitiative lockt wie jedes Jahr mit einem bunten Programm für Jung u. Alt, für interessierte u. engagierte Menschen, die sich Gedanken machen über die Zukunft der Menschheit auf unserem Planeten.
Eröffnet wird der Klimatag mit einem openair Gottesdienst mit Pfarrer Zeiler-Held und der Kirchenband.
Info Stände sind vom NABU, der Klimainitiative, Science for Futur S4F, Bündnis 90/Die Grünen, Amnesty international, Omas for future angemeldet. Wie jedes Jahr besteht die Möglichkeit am ADFC Stand sein Fahrrad kodieren zu lassen, bitte unbedingt Kaufbeleg mitbringen! Für das leibliche Wohl wird der Kita – Förderverein StaRK mit Kaffee und Kuchen, die Ukrainische Community mit Fingerfood und Cocktails sowie der NABU mit Getränkeverkauf sorgen.
Wie die Jahre zuvor werden die Tanzgruppen der TSG ihr Können zeigen. Für Stimmung sorgen die Musikgruppen „FogelF“ mit antikapitalisten Folk, „Linde und Wilmar“ mit Polit-Songs sowie der Trommel-Workshop „Rhythm of Resistance“.
Als besondere Attraktion wird es die Möglichkeit geben, Popcorn mit dem Solarkocher herzustellen.
Der Klimamanager der Stadt Linden wird das Lastenfahrrad der Stadt vorstellen und gebrauchte Handys sammeln.
Mit dabei wird der Bürgerbus der Stadt Linden und die Rikscha der Diakoniestation sein. Es wird Bastel-, Mal- und Bewegungsmöglichkeiten für Kinder geben.
Die Schulstraße führt zu 2 Kitas und einer Schule und wäre gut als Spielstraße oder Fahrradstraße geeignet, neuerdings mit Durchfahrgenehmigung für den Busverkehr. Das ist nur ein Ziel, für das sich die Klimainitiative
seit Jahren engagiert. Mehr Sicherheit für Fußgänger u. Fahrradfahrer, mehr ÖPNV, weniger individueller Autoverkehr insbesondere Elterntaxis. Das wird auch das Thema beim Abschlussgespräch sein, zu dem alle interessierten
Bürger, Lehrer, Eltern und Kinder herzlich eingeladen sind.

Klimatag in Linden am 29.8.2020

Klimatag in Linden

Wie man auch in Zeiten von Corona-Einschränkungen eine bunte und lehrreiche Veranstaltung für die ganze Familie organisiert, zeigte am Samstag, den 29.8.2020 der Klimatag in Linden.

In der Moltkestraße in Großen-Linden fand ein von der Klimainitiative Linden veranstaltetes Straßenfest statt. Kraftfahrzeuge waren zu diesem Anlass von der Straße verbannt worden, um zu zeigen, wie viel Platz diese sonst den Menschen wegnehmen.

Die Verkehrswende ist ein wichtiger Baustein beim Klimaschutz. Die Klimainitiative Linden setzt sich für eine autofreie Mobilität ein. Hierfür ist es wichtig, dass Rad fahren sicher möglich ist. Verschiedene Gefahrenstellen für Radfahrende wurden benannt. Auch die Besucher*innen des Straßenfestes hatten auf Stadtplänen die Möglichkeit, Problemstellen zu benennen und ihre Wünsche für ein klimafreundliches Linden einzutragen. Aus Buseck und Gießen kam eine radelnde Gruppe zur Unterstützung und brachte der Klimainitiative ihr neues Lastenrad „Danni“ mit, das zukünftig auf Spendenbasis ausgeliehen werden kann.

Entlang der Moltkestraße waren viele Stationen und Infostände zum Thema Klima aufgebaut, Kinder konnten die ganze Breite der Straße auf dem Bobbycarparcours, mit Kreidemalereien und Seifenblasen in Beschlag nehmen. Schnupperfilzen und das Basteln von Samenbomben war ebenfalls im Angebot. Sogar für eine Turnvorführung war genügend Platz auf der Fahrbahn.

Initiatorin Sandra Herrmann zog in ihrer Rede unter dem Motto „Ich und Du – Gemeinsam Schöpfung bewahren“ die Verbindung zwischen der Corona-Pandemie und den notwendigen Klimaschutz-Maßnahmen. So wie das Tragen von Mund-Nase-Masken nur gegen die Ausbreitung des Virus hilft, wenn möglichst alle mitmachen und mit der Maske nicht sich selbst, sondern die Menschen in ihrer Umgebung schützen, so kann auch Klimaschutz nur dann wirken, wenn wir verstehen, dass die Klimasysteme der Erde miteinander verknüpft sind und Maßnahmen im eigenen Land genauso wichtig sind wie im Rest der Welt. Und dass die Entscheidung, hier in Deutschland Tropenholz oder Produkte mit Palmöl zu kaufen oder auch Fleisch zu essen mit dazu beitragen kann, dass auf der anderen Seite der Erde Regenwald vernichtet wird.

Klimaforschende gehen davon aus, dass bei einer Vernichtung von nur 23% des ursprünglich vorhandenen Amazonas-Regenwalds ein Kipppunkt erreicht wird, bei dem der Wasserkreislauf

nicht mehr aufrecht erhalten werden kann, was zu einer Versteppung des gesamten Gebietes führen würde. Dies hätte unvorhersehbare Folgen für das gesamte Weltklima. Derzeit sind bereits ca. 17% des Amazonas-Regenwalds abgeholzt oder brandgerodet, dennoch wurde gerade in diesem Jahr, als alle Welt sich nur noch für Corona-Nachrichten interessierte, die Abholzung nochmals verstärkt.

3 Kilometer von der Moltkestraße entfernt und durch einen Bürgerbus-Shuttleservice verbunden bzw. mit dem Rad schnell zu erreichen lag die zweite Station des Lindener Klimatags. Auf dem Gelände der Umweltbeobachtungs- und Klimafolgenforschungsstation im Leihgesterner Steinweg fand ein Tag der offenen Tür statt.

Über einen Rundweg konnte das gesamte Gelände erkundet werden, und Expert*innen erklärten an den einzelnen Stationen die dort laufenden Versuche und Beobachtungen und beantworteten zahlreiche Fragen.

Gleich am Eingang markiert ein „schwebender“ Würfel einen Kubikmeter Luft, deren Hauptbestandteile Stickstoff und Sauerstoff sind. Der Anteil der klimaschädlichen Gase Kohlendioxid, Methan und Lachgas ist verschwindend gering, wie winzige Würfel im Vergleich hierzu veranschaulichten. Dennoch hat eine relativ geringe Veränderung der Luftzusammensetzung erhebliche Auswirkungen auf das Weltklima und auch das Klima in Hessen.

Lastenrad "Danni" - ab sofort ausleihbar!
Lastenrad „Danni“ – ab sofort ausleihbar!

Seit 1993 forschen das Institut für Pflanzenökologie der Justus-Liebig-Universität Gießen sowie das hessiche Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) auf dem Gelände.

Durch Langzeitversuche wird u. a. der Einfluss eines höheren Kohlendioxidgehalts der Luft sowie einer höheren Temperatur auf das Pflanzenwachstum erforscht. So kann hier sozusagen das voraussichtliche Klima in 20 Jahren simuliert werden.

Im Phänologischen Garten befasst sich die Forschung mit dem Einfluss des Klimawandels auf die Entwicklungsphasen im Jahresverlauf der vorhandenen Bäume und Sträucher. Eine Verschiebung der Jahreszeiten mit einer Verkürzung des Winters und einem früheren Frühling ist bereits zu erkennen.

In anderen Versuche geht es um die Messung des unterirdischen Pflanzenwachstums im Boden, um unterschiedlicher Bewirtschaftung der Versuchsflächen sowie Atmosphäremessungen.

Im Praktikumsraum waren Filmvorführungen zu sehen.

Zukünftig wird auf dem Gelände auch das Lindener Naturschutzprojekt LINA sowie eine Sternwarte des Fachbereichs Physik der JLU zu finden sein, beide Projekte informierten über den Planungsstand.

Informationsmaterial zu allen Stationen und weitere Informationen zu der Gefahren des ungebremsten menschengemachten Klimawandels gab es am Stand der Scientists for Future.

Wie auch in der Moltkestraße mussten alle Teilnehmenden eine Mund-Nase-Bedeckung tragen und die Hände desinfizieren. An dieser Station musste zusätzlich noch ein Kontaktformular ausgefüllt und in eine Box eingeworfen werden. Allerdings dürfte die Ansteckungsgefahr an diesem Tag unter freiem Himmel äußerst gering gewesen sein, so dass der Inhalt der Box wohl in einigen Wochen ungelesen vernichtet werden kann.

Die zahlreichen Besucher*innen des Klimatags konnten sich an beiden Orten nicht nur über den aktuellen Stand der Klimaforschung, sondern auch über konkrete Möglichkeiten, klima- und umweltschädliches Verhalten im eigenen Umfeld zu erkennen und zu vermeiden, ohne auf Lebensqualität verzichten zu müssen. Anregungen gab es an diesem Tag in Hülle und Fülle.

Quelle: Gießener Zeitung vom 30.08.2020