Rosenmontags-Fahrrad-Demo

Am 15.02.2021 starten wir um 15:00 Uhr zur ersten Fahrrad-Demo des Jahres 2021.
Mit kreativen Kostümen und reichlich Lärm machen wir gut gelaunt auf Dringlichkeit eines ausgewogenen Verkehrskonzeptes in der Stadt Linden aufmerksam.

Linden Plastikfrei!

Neben dem Einsatz den jede/r einzelne für ein grüneres und saubereres Linden tun kann, gibt es Aktionen, die einen größeren Rahmen benötigen. Hier setzt die Deutsche Umwelthilfe mit ihrer Aktion für plastikfreie Städte an: https://www.duh.de/plastikfreie-staedte/

Kombiniert wird das von uns mit der Bemühung Recup/Rebowl in der Lindener Gastronomie zu etablieren und so eine nachhaltige Alternative zu Einwegverpackungen im TakeAway zu etablieren. Informationen hierzu findet ihr unter https://rebowl.de/

Malwettbewerb „Natur in Linden“ – Aktion verlängert!

Die Klimainitiative Linden lädt zum Malwettbewerb für Grundschul- und Kita-Kids ein.  Unter dem Motto „Natur in Linden – Das wünsche ich mir!“ dürfen eure Kunstwerke bis  zum 28.02.2021 an info@klimainitiative-linden gesendet werden. Die eingesendeten Bilder  werden dann auf unsere Homepage www.klimainitiative-linden.de zu sehen sein. Dort kann  bis 14.03.2021 darüber abgestimmt werden, welche Bilder den Lindenern am besten gefallen.  

Die 10 Bilder mit den meisten Stimmen werden von uns prämiert!  

Also, ab an die Stifte, Farbtöpfe, Pinsel und zeigt uns, was Euch zum Thema Natur in  unserer Stadt Linden einfällt und was Euch besonders wichtig ist!

Termine im November 2020

07.11. – 10:00 – 18:00 Uhr Müllsammelaktion I
14.11. – 10:00 – 18:00 Uhr Müllsammelaktion II
21.11. – 10:00 – 18:00 Uhr Müllsammelaktion III
Wir stellen Zangen, Müllsäcke sowie einen späteren Ablageort zur Verfügung.

Unsere für den 23.11.2020 geplante Gründungsversammlung haben wir auf Grund der aktuellen Lage bis auf Weiteres verschoben.
Wir halten euch aber hier und auf unserer Facebookseite auf dem Laufenden.

Fahrraddemo für die Umwelt in Linden

Zur Fahrraddemo zu Halloween hatte die Klimainitiative Linden eingeladen.

Die Klimainitiative Linden hatte zur Fahrraddemo eingeladen, im Vorfeld von Halloween auch gerne verkleidet. Foto: Wißner

LINDEN – Nur ein wenig gruselig ging es am Freitagnachmittag in Linden zu. Erstmals gab es eine Halloween-Fahrraddemo. Dazu hatte die Klimainitiative Linden aufgerufen, um nicht nur auf ihr Anliegen für mehr Klimaschutz, Naturschutz und ein besseres Radwegenetz in Linden aufmerksam zu machen, sondern auch den Kindern in Coronazeiten eine Möglichkeit zu bieten, sich zumindest zu kostümieren. Von der Sammlung von Süßigkeiten hatten offizielle Stellen aufgrund der Pandemie abgeraten.

Zwanzig Teilnehmer konnte Dr. Sandra Herrmann zur Stadtrundfahrt begrüßen, wobei jedoch nicht nur die Kinder, die Gelegenheit zur Kostümierung nutzten, sondern auch der ein und andere Erwachsene sich passend zum Motto gekleidet hatte. Auch konnten sich Teilnehmer noch vor dem Start passend schminken lassen.

Noch bevor es zur Zehn-Kilometer-Tour durch die Stadt ging unterstrich Herrmann in einer kurzen Ansprache, dass gerade der Verkehr in Deutschland einen sehr hohen Energiebedarf habe und dieser für eine Umstellung auf CO2-Neutralität bis 2035 erheblich verringert werden müsse. Verantwortlich für den hohen Energiebedarf sei maßgeblich der Auto- und Lkw-Verkehr. Vor diesem Hintergrund müsse eine Verkehrsvermeidung und Verlagerung, signifikant höhere CO2 Preise auf fossile Kraftstoffe und die Abschaffung der vielfältigen klimaschädlichen Subventionen im Verkehr, aber auch die Steuerbefreiung von Flugbenzin, das Diesel- wie auch das Dienstwagenprivileg angegangen werden.

„Dies bedeutet für den Personennahverkehr auch in Linden, dass der Autoverkehr bis 2035 halbiert und parallel dazu die Kapazität des öffentlichen Verkehrs verdoppelt werden muss. Zudem ist der Pkw-Bestand in Städten auf ein Drittel des heutigen Wertes zu senken und im Gegenzug ein Ausbau der Rad- und Fußinfrastruktur sowie des Nahverkehrs zu verfolgen.

Das müsse einhergehen mit Push-Faktoren wie City-Maut, Tempolimits und Reduzierung von Fahrspuren und Parkplätzen.“ Weil es in Europa um den Zustand der Natur schlecht bestellt sei, werde darüber hinaus eine Agrarwende gefordert. „In der gesamten EU sind nicht nur einzelne Artengruppen wie zum Beispiel Vögel, sondern ganze Lebensräume wie Moore, Grünland oder Wälder zunehmend gefährdet. Zu diesem alarmierenden Ergebnis kommt der kürzlich veröffentlichte Bericht zur Lage der Nation in Europa der Europäischen Umweltagentur. 80 Prozent der Lebensräume sind demnach EU-weit in einem unzureichenden oder schlechten Zustand“, unterstreicht Herrmann. Die Umweltaktivistin verweist darauf, dass Wissenschaftler als Hauptursachen für den Artenschwund „wieder und wieder die intensive Landwirtschaft benennen. Hoffnung auf eine Kehrtwende mache die sogenannte „Farm to Fork“-Strategie, die Mitte des Jahres von der EU-Kommission bekannt gegeben wurde. Diese habe das Ziel, das europäische Lebensmittelsystem gesünder und nachhaltiger zu gestalten. „Vorgesehen sind der Ausbau der ökologischen Landwirtschaft um die Reduzierung des Einsatzes von gefährlichen Pestiziden und Düngemitteln“.

Die Frage, was getan werden könne, beantwortete die Sprecherin mit dem Appell, Bio-Lebensmittel beim Erzeuger oder Direktvermarkter zu kaufen, „eine weitere Petition zeichnen und bei der nächsten Wahl das Kreuz an die richtige Stelle setzen“. Bürgermeister Jörg König hatte zu Halloween Kinder und Erwachsene in einem Aufruf der Stadt gebeten, „den Brauch von Haustür zu Haustür zu ziehen, um Süßigkeiten einzusammeln, in diesem Jahr ausfallen zu lassen“. So war die Teilnahme an der Halloween-Fahrraddemo auch für die Kinder eine tolle Gelegenhei,t sich mit ihren Kostümen zu präsentieren – und es soll sogar Süßigkeiten gegeben haben – wenn auch nur von den teilnehmenden Eltern.

Quelle: Gießener Anzeiger vom 01.11.2020 (https://www.giessener-anzeiger.de/lokales/kreis-giessen/landkreis/fahrraddemo-fur-die-umwelt-in-linden_22523974?fbclid=IwAR2JMqC3pb1oPBIeHgzsZtF1hYXWpuvfU3DIrr2SRM2KI8qcu6ITi7j8x84)

Lindener Fahrrad-Demo unter dem Motto „Halloween-Radeln“

Am 30.10.2020 schwingen wir uns wieder auf unsere Fahrräder um gemeinsam auf den Handlungsbedarf hinsichtlich verkehrssicherer Wege in Linden hinzuweisen.

Auf Grund des Datums steht unsere Okrober-Demo unter dem kinder- und familienfreundlichen Motto „Halloween-Radeln“. Verkleidungen von Mensch und/oder Fahrrad sind daher (sofern verkehrssicher) gern gesehen und werden nach Abschluss der Kundgebung prämiert.

Wir starten um 15:00 Uhr auf dem REWE-Parkplatz in Großen-Linden, um dann mit kleineren Zwischenstopps und damit verbundenen Aktionen über verschiedene neuralgische Punkte in Linden und Leihgestern zurück zum Rewe zu fahren.

Linden soll fußgänger- und fahrradfreundlicher werden

Mit einer symbolischen Taufe wird das E-Lastenfahrrad „Danni“ offiziell seiner Bestimmung übergeben. FOTO: CON© Constantin Hoppe

Linden(con). Mit einer Taufe der besonderen Art feierte die Klima-Initiative Linden am Freitag ihren ersten Jahrestag: Sie war seinerzeit ins Leben gerufen worden, um das Augenmerk von Politik und Bevölkerung in Linden verstärkt auf den Klimaschutz zu lenken und gleichzeitig ähnliche Initiativen in der Umgebung zu unterstützen. „Wir wollen den Klimaschutz in Linden voranbringen“, erläuterte Sandra Herrmann anlässlich der „Geburtstagsfeier“.

Linden soll fußgänger- und fahrradfreundlicher werden, man möchte eine Verkehrswende erreichen. Bürgerbeteiligung soll dabei groß geschrieben werden: „Andere Gemeinden machen vor, wie das gelingen kann“, unterstrich Herrmann. Im ersten Jahr ihres Bestehens habe die Klima-Initiative zahlreiche Projekte angegangen.

Seit April starten monatliche Fahrraddemos in Linden – die nächste setzt sich voraussichtlich am Samstag, 31. Oktober [editiert, da Falschangabe im Artikel], in Bewegung. Dazu gab es eine Fahrradpetition und ein offenen Brief zum Thema „Mit dem Rad zur Schule“. Protest- und Informations-Mails wurden an die Stadtverwaltung geschickt, unter anderem zur Einstellung eines Klimaschutzmanagers und zu möglichen Installationen von Radverkehrsanlagen, etwa von sogenannten „Pop-up-Radwegen“.

In den Blickpunkt rückten außerdem die Themen Flächenversieglung und Naturzerstörung, etwa im Zusammenhang mit der geplanten Bebauung der Sudetenstraße.

Lastenrad „Danni“ vielfach bewährt

Noch „ganz frisch“ ist die Anschaffung eines E-Lastenfahrrades: Dieses ist im evangelischen Gemeindehaus in der Junkergasse untergestellt und kann tageweise ausgeliehen werden (Informationen und Termine unter Tel. 01 57/87 72 64 11). Das Gefährt, das anlässlich der kleinen Jubiläumsfeier mit dem Namen „Danni“ (mit Verweis auf den Dannenröder Forst) bedacht wurde, wird bereits kräftig genutzt: Mittlerweile ist das Rad schon von Kassel bis zum Dannenröder Forst gefahren; sogar Wohnungsumzüge hat es schon mitgemacht.

Die Klima-Initiative möchte sich auch weiterhin Aufmerksamkeit verschaffen. „Bislang haben wir viel vorgeschlagen, aber es wurde politisch noch nichts umgesetzt“, bedauert Herrmann. Ein Klimaschutzkonzept für Linden soll forciert werden. Geplant werden zudem Demonstrationen für einen besseren Fahrradverkehr. Nach Möglichkeit will man die Stadt als Verleihstation für Lastenräder mit ins Boot holen.

Quelle: Giessener Allgemeine vom 19.10.2020 (https://www.giessener-allgemeine.de/kreis-giessen/linden-ort848774/linden-soll-fussgaenger-fahrradfreundlicher-werden-13922377.html?fbclid=IwAR1XDASfMtt3-uhTffJwJq-TeZszQ9b6Kd-bmexE3OsY7c7TxdkAKoQdGeI)

Klimatag in Linden am 29.8.2020

Klimatag in Linden

Wie man auch in Zeiten von Corona-Einschränkungen eine bunte und lehrreiche Veranstaltung für die ganze Familie organisiert, zeigte am Samstag, den 29.8.2020 der Klimatag in Linden.

In der Moltkestraße in Großen-Linden fand ein von der Klimainitiative Linden veranstaltetes Straßenfest statt. Kraftfahrzeuge waren zu diesem Anlass von der Straße verbannt worden, um zu zeigen, wie viel Platz diese sonst den Menschen wegnehmen.

Die Verkehrswende ist ein wichtiger Baustein beim Klimaschutz. Die Klimainitiative Linden setzt sich für eine autofreie Mobilität ein. Hierfür ist es wichtig, dass Rad fahren sicher möglich ist. Verschiedene Gefahrenstellen für Radfahrende wurden benannt. Auch die Besucher*innen des Straßenfestes hatten auf Stadtplänen die Möglichkeit, Problemstellen zu benennen und ihre Wünsche für ein klimafreundliches Linden einzutragen. Aus Buseck und Gießen kam eine radelnde Gruppe zur Unterstützung und brachte der Klimainitiative ihr neues Lastenrad „Danni“ mit, das zukünftig auf Spendenbasis ausgeliehen werden kann.

Entlang der Moltkestraße waren viele Stationen und Infostände zum Thema Klima aufgebaut, Kinder konnten die ganze Breite der Straße auf dem Bobbycarparcours, mit Kreidemalereien und Seifenblasen in Beschlag nehmen. Schnupperfilzen und das Basteln von Samenbomben war ebenfalls im Angebot. Sogar für eine Turnvorführung war genügend Platz auf der Fahrbahn.

Initiatorin Sandra Herrmann zog in ihrer Rede unter dem Motto „Ich und Du – Gemeinsam Schöpfung bewahren“ die Verbindung zwischen der Corona-Pandemie und den notwendigen Klimaschutz-Maßnahmen. So wie das Tragen von Mund-Nase-Masken nur gegen die Ausbreitung des Virus hilft, wenn möglichst alle mitmachen und mit der Maske nicht sich selbst, sondern die Menschen in ihrer Umgebung schützen, so kann auch Klimaschutz nur dann wirken, wenn wir verstehen, dass die Klimasysteme der Erde miteinander verknüpft sind und Maßnahmen im eigenen Land genauso wichtig sind wie im Rest der Welt. Und dass die Entscheidung, hier in Deutschland Tropenholz oder Produkte mit Palmöl zu kaufen oder auch Fleisch zu essen mit dazu beitragen kann, dass auf der anderen Seite der Erde Regenwald vernichtet wird.

Klimaforschende gehen davon aus, dass bei einer Vernichtung von nur 23% des ursprünglich vorhandenen Amazonas-Regenwalds ein Kipppunkt erreicht wird, bei dem der Wasserkreislauf

nicht mehr aufrecht erhalten werden kann, was zu einer Versteppung des gesamten Gebietes führen würde. Dies hätte unvorhersehbare Folgen für das gesamte Weltklima. Derzeit sind bereits ca. 17% des Amazonas-Regenwalds abgeholzt oder brandgerodet, dennoch wurde gerade in diesem Jahr, als alle Welt sich nur noch für Corona-Nachrichten interessierte, die Abholzung nochmals verstärkt.

3 Kilometer von der Moltkestraße entfernt und durch einen Bürgerbus-Shuttleservice verbunden bzw. mit dem Rad schnell zu erreichen lag die zweite Station des Lindener Klimatags. Auf dem Gelände der Umweltbeobachtungs- und Klimafolgenforschungsstation im Leihgesterner Steinweg fand ein Tag der offenen Tür statt.

Über einen Rundweg konnte das gesamte Gelände erkundet werden, und Expert*innen erklärten an den einzelnen Stationen die dort laufenden Versuche und Beobachtungen und beantworteten zahlreiche Fragen.

Gleich am Eingang markiert ein „schwebender“ Würfel einen Kubikmeter Luft, deren Hauptbestandteile Stickstoff und Sauerstoff sind. Der Anteil der klimaschädlichen Gase Kohlendioxid, Methan und Lachgas ist verschwindend gering, wie winzige Würfel im Vergleich hierzu veranschaulichten. Dennoch hat eine relativ geringe Veränderung der Luftzusammensetzung erhebliche Auswirkungen auf das Weltklima und auch das Klima in Hessen.

Lastenrad "Danni" - ab sofort ausleihbar!
Lastenrad „Danni“ – ab sofort ausleihbar!

Seit 1993 forschen das Institut für Pflanzenökologie der Justus-Liebig-Universität Gießen sowie das hessiche Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) auf dem Gelände.

Durch Langzeitversuche wird u. a. der Einfluss eines höheren Kohlendioxidgehalts der Luft sowie einer höheren Temperatur auf das Pflanzenwachstum erforscht. So kann hier sozusagen das voraussichtliche Klima in 20 Jahren simuliert werden.

Im Phänologischen Garten befasst sich die Forschung mit dem Einfluss des Klimawandels auf die Entwicklungsphasen im Jahresverlauf der vorhandenen Bäume und Sträucher. Eine Verschiebung der Jahreszeiten mit einer Verkürzung des Winters und einem früheren Frühling ist bereits zu erkennen.

In anderen Versuche geht es um die Messung des unterirdischen Pflanzenwachstums im Boden, um unterschiedlicher Bewirtschaftung der Versuchsflächen sowie Atmosphäremessungen.

Im Praktikumsraum waren Filmvorführungen zu sehen.

Zukünftig wird auf dem Gelände auch das Lindener Naturschutzprojekt LINA sowie eine Sternwarte des Fachbereichs Physik der JLU zu finden sein, beide Projekte informierten über den Planungsstand.

Informationsmaterial zu allen Stationen und weitere Informationen zu der Gefahren des ungebremsten menschengemachten Klimawandels gab es am Stand der Scientists for Future.

Wie auch in der Moltkestraße mussten alle Teilnehmenden eine Mund-Nase-Bedeckung tragen und die Hände desinfizieren. An dieser Station musste zusätzlich noch ein Kontaktformular ausgefüllt und in eine Box eingeworfen werden. Allerdings dürfte die Ansteckungsgefahr an diesem Tag unter freiem Himmel äußerst gering gewesen sein, so dass der Inhalt der Box wohl in einigen Wochen ungelesen vernichtet werden kann.

Die zahlreichen Besucher*innen des Klimatags konnten sich an beiden Orten nicht nur über den aktuellen Stand der Klimaforschung, sondern auch über konkrete Möglichkeiten, klima- und umweltschädliches Verhalten im eigenen Umfeld zu erkennen und zu vermeiden, ohne auf Lebensqualität verzichten zu müssen. Anregungen gab es an diesem Tag in Hülle und Fülle.

Quelle: Gießener Zeitung vom 30.08.2020

Viele Fragen zum Klima

Wie ändert sich unser Klima? Warum? Und was kann man dagegen tun? Antworten auf solche Fragen gab es am Samstag in Linden. In Leihgestern konnte man sich in der Klimafolgenforschungs- anlage der JLU informieren. In Großen-Linden rief die Klima- initiative unter anderem zu einer Fahrraddemo auf.

Gibt es Fragen, die man schon immer an Klimaforscher richten wollte? Wenn ja, konnte man das am Samstag in der Klimafolgenforschungsanlage in Leihgestern tun. Diese öffnete ihre Pforten für einen „Tag der offenen Tür“, um über ihre Arbeit und die verschiedenen Forschungsprojekte zu informieren.

Mit rund 20 Jahren Betriebsdauer gehört die Forschungsanlage in Leihgestern, die von der Justus-Liebig-Universität Gießen betrieben wird, zu den am längsten laufenden Anlagen ihrer Art weltweit.Hier dreht sich rund um Treibhausgase, den Klimawandel und die damit einhergehenden Veränderungen. Eine Frage war dabei schon fast obligatorisch: Welche Auswirkungen hatte der „Shutdown“ im Frühjahr auf das Klima und den CO2-Wert in der Atmosphäre? Doch die Antwort darauf war ernüchternd: „Das können wir jetzt noch nicht sagen.“ Denn so schnell geht das in der Forschung nun einmal nicht: CO2 ist ein sehr langlebiges Gas in der Atmosphäre und wird über weiter Strecken getragen. Ob die Maßnahmen eine Auswirkungen auf die Atmosphäre hatten, wird man frühestens im nächsten Jahr wissen, vielleicht auch erst 2022.

Wirkt sich der Shutdown aus?

Was man aber jetzt schon sagen kann ist, dass der Shutdown große Einflüsse auf den Verkehr hatte. Der motorisierte Verkehrs ging um 60 Prozent zurück, der Flugverkehr um 95 Prozent. Ob sich aber die verminderten CO2-Emissionen auch langfristig auswirken, ist noch nicht bekannt.

Nur knapp einen Kilometer von der Forschungsanlage entfernt ging es ebenfalls ums Klima. Die Teilnehmer am Klimatag der Klimainitiative Linden näherten sich dem Thema allerdings auf andere Art. Die Moltkestraße in Großen-Linden – immerhin die Hauptverkehrsader durch den Ort – war am Samstagmittag für den motorisierten Verkehr gesperrt. Hier hieß es: Fahrräder vor. Mit dieser Aktion wollte die Klimainitiative Linden auf sich aufmerksam machen und ihre Ziele weiter voranbringen. Auf dem Programm standen Radfahrdemos, Informationen zu aktuellen Themen wie die „Grüne Sudetenstraße“ und ein Polittalk mit Vertretern der Fraktionen im Stadtparlament.

Die CDU nahm allerdings nicht teil. „Man lehne die Aktion nicht ab, sie komme aber zum falschen Zeitpunkt“, argumentierte Norbert Arnold, der Vorsitzende des CDU-Stadtverbands, im Vorfeld. „Während Marienmarkt, Stadtfest und leider auch der Nikolausmarkt abgesagt werden, müsse die Moltkestraße als Hauptdurchgangsstraße zehn Stunden lang für die Kundgebung und das Straßenfest gesperrt werden.“ „Die Veranstaltung findet in Zeiten von Corona und auch aus Klimagründen zur falschen Zeit und am falschen Ort statt. “ Die gestellten Fragen beantwortete die Fraktion trotzdem, allerdings in digitaler Form.

Quelle: Giessener Allgemeine vom 30.08.2020 (https://www.giessener-allgemeine.de/kreis-giessen/viele-fragen-klima-13870276.html?fbclid=IwAR2IqDCBzLEBU0Gce2AVP_5a5H0fhT2pGuQwhBe0haAc6JDBXSZ9xARo7RU)

Erstes Leih-Lastenrad in Linden – ‘Danni‘ ist für Alle da.

Das ALLrad und die Klimainitiative Linden starten zusammen eine unkommerzielle Lastenrad-Leihstation in Großen Linden.

Das Lastenrad ‚Danni‘

Die Gruppen laden zum Probefahren des neuen E-Cargo-Bikes ein, für Samstag, den 29.08., von 12 bis 15 Uhr im Rahmen des verkehrspolitischen “Straßenfestes“ in der Moltkestraße, Großen Linden.

Motto der Versammlung „Für mehr und sicherere Fuß- und Radwege in Linden !“ Eine Zubringer-Raddemo startet um 11 Uhr ab dem Rathaus Gießen.

Das einspurige, elektrisch unterstützte Lastenrad hat vorn eine Wanne mit Sitzbank und Gurten für zwei Kinder. Die Nutzlast liegt bei 145 kg inklusive der pedalierenden Person.

„Das Rad werden wir ‘Danni‘ nennen, um das Bemühen um den Erhalt des Dannenröder Waldes und den Widerstand gegen den Bau der A49 zu unterstützen“, unterstreicht z.B. Eva Grieß von der Klimainitiative.
„Bei Dürre- und Hitzeprognosen eine Haupt-Nordsüd-Europa-Autobahn, geplant vor vierzig Jahren, durch einen noch intakten Mischwald zu schlagen, ihn damit weitgehend zu zerstören und das Trinkwasserschutzgebiet darin extrem zu gefährden ist grob unverantwortlich und von vorgestern. Wir brauchen jeden Wald, aber bestimmt keine weiteren Straßen, sondern die Verkehrswende jetzt – z.B. durch Reaktivierung der Bahnstrecken Kirchhain–Homberg/Ohm und Alsfeld–Bad Hersfeld.“

‘Danni‘ ist das erste mit öffentlichem Geld teilfinanzierte ALLrad.
„Bisher haben wir die Anschaffung der Lastenräder aus privat Erspartem gestemmt. ‘Danni‘ ist zu 80% aus Mitteln des Regional Budgets bezahlt,“ erläutert Fusl vom ALLrad-Team.

Gabi Nöding vom Team ergänzt: „Wir wollen die Stadt Gießen ermuntern, die für den Haushalt 2020 eingeplanten 50.000 € zur Förderung der Nutzung von Cargo-Bikes nicht für den Kauf privater Lastenräder an Haushalte zu verteilen, die es sich monetär eh locker leisten können. Dieses Steuergeld ist viel fairer und effektiver eingesetzt, wenn die Stadt selbst davon Lastenräder kauft und in ihren Einrichtungen, wie z.B. dem Nordstadtzentrum, Leihstationen betreibt. So stehen die praktischen Transportmittel allen zur Verfügung und sind wohl ausgelasteter.“

Das Lastenrad ‘Danni‘ kann ab Sonntag, den 30.08.2020 auf Spendenbasis genutzt werden.
Infos zum Leihen und zum Dannenröder Wald sind auf diesen Websites zu finden:

http://www.klimainitiative-linden.de

http://www.dasallrad.org

www.dannenroederwald.org