Fahrradzone im Mittelweg in Linden

vom 11.10.2021

VonConstantin Hoppe


Linden (con). Fahrräder haben dort Vorrang: Der Mittelweg in Großen-Linden ist jetzt eine Fahrradzone. Darüber informierten vor Ort Bürgermeister Jörg König und die Lindener Klimainitiative, während die neuen Schilder angebracht wurden.
Damit treten auf dem Teilstück der Mittelstraße zwischen der Wilhelm-Leuschner-Straße und der Einmündung Moltkestraße einige Neuerungen in Kraft: »Es gelten hier die gleichen Regeln wie auf Fahrradstraßen. Die Fahrräder haben Vorrang und dürfen nicht behindert werden. Zudem ist das parallele Fahren für Fahrräder erlaubt«, erklärt Tim Schneider vom Lindener Ordnungsamt. Ein Erfolg für die Klimainitiative Linden, wenn auch aus Sicht der Verantwortlichen mit einem Beigeschmack: »Wir hätten gerne den gesamten Mittelweg derart ausgewiesen, aber das sah die Stadtverwaltung anders«, erklärte Dr. Sandra Herrmann für die Initiative. Für eine Ausweitung spricht aus ihrer Sicht, dass der Mittelweg ein Teilstück des Lahn-Limes-Radweges ist.

Initiative will mehr
Damit ist dann auch gleich das nächste Ziel der Initiative gesetzt: »Wir fordern, dass als nächster Schritt der Mittelweg auf voller Länge zur Fahrradzone erklärt wird, und das auf unbestimmte Dauer.« Denn vorerst gilt die Umwidmung nur im Rahmen eines Verkehrsversuchs bis zum 30. November.
Danach will die Stadtverwaltung schauen, ob eine Ausweitung in Frage kommt. »Gerade im unteren Bereich des Mittelweges, von der Gießener Pforte kommend, gibt es zahlreiche Parkflächen. Für diese brauchen wir erst eine Lösung, bevor es eine Ausweitung geben kann«, erklärte Schneider. Dafür muss auch die Polizei eine Stellungnahme abgeben. Entscheidend sei aber auch, wie die neue Fahrradzone durch die Bürger angenommen wird.

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Gießener Anzeiger vom 13.10.2021

Fahrradzone im Mittelweg ausgewiesen

Der Lindener Mittelweg wurde nur in einem Abschnitt zur Fahrradzone auf Zeit auserkoren. Von ee

Die Verkehrsinitiative Linden ist mit der Fahrradzone auf Probe nicht ganz zufrieden. Foto: Wißner

LINDEN – Wie bereits in der Gründungsversammlung der Klimainitiative Linden diskutiert, wurde nun der Mittelweg in einem bis Ende November befristeten Verkehrsversuch zur Fahrradzone erklärt. Allerdings wurde nicht die komplette Straße umgewidmet, durch die der Lahn-Limes-Radweg führt, sondern lediglich jener Straßenabschnitt von der Warabistraße bis zur Kreuzung Sudetenstraße/Nikolaus-Otto-Straße (Bahnviadukt). Im Beisein von Bürgermeister Jörg König wurde der Teilweg in eine Fahrradzone umgewandelt. Die Klimainitiative hatte sich laut ihrem Vorsitzenden Axel Zeiler-Held eine Umwidmung der gesamten Straße gewünscht und auch hierzu Gespräche mit Hessen Mobil geführt. Die Umwidmung erfolge jetzt für einen Abschnitt, „der keinem weh tut“, unterstrich seine Stellvertreterin Dr. Sandra Herrmann. Wunsch der Klimainitiative ist es, diese Fahrradzone noch zu erweitern und zwar durchgehend von der Frankfurter Straße bis zum Bahnviadukt sowie die Schranke durch Poller zu ersetzen. Ordnungsamtsleiter Tim Schneider erläuterte, dass die Umwidmung des Mittelweges in eine Fahrradzone bis zum 30. November zunächst als Verkehrsversuch geplant ist. „Innerhalb von Fahrradzonen gilt Tempo 30. Außerdem haben Räder Vorrang, Radfahrende dürfen nebeneinander fahren. Kraftfahrzeuge dürfen den Radverkehr nicht behindern und nicht gefährden. Auch Elektrokleinstfahrzeuge dürfen in Zonen gefahren werden“, so Schneider. Geprüft werden aktuell seitens der Straßenverkehrsbehörde etwaige Alternativmöglichkeiten für die dort installierte Schranke, die für Fahrradfahrer ein klares Hindernis darstellt. Hier wünscht sich die Klimainitiative das Aufstellen von Pollern. Damit einhergehend sollte dann auch der Schotterabschnitt durch einen für einen Radweg angemessenen Belag ersetzt werden. „Für diese Maßnahme stehen Fördermittel bereit. Da müsste nun die Stadt aktiv werden, damit die Töpfe nicht leer sind, bis ein Antrag vorliegt“, regt Herrmann eine rasche Vorgehensweise bei der Stadtverwaltung an. Dies auch vor dem Hintergrund, dass die Stadt in der Region mit der bereits seit über einem Jahr angeregten Umwidmung des Mittelwegs eine Vorreiterrolle bei der Einrichtung einer Fahrradzone hätte erreichen können. Doch mittlerweile sei hier Buseck den Lindenern bereits eine Nasenlänge voraus.

Sollte der Wunsch der Klimainitiative, den gesamten Mittelweg als Fahrradzone auszuweisen gefolgt werden, dann seien Gespräche mit den Anliegern zu führen, um dafür zu werben. Und hier sieht Bürgermeister Jörg König erheblichen Druck auf sich zukommen. „Wenn da nur ein Parkplatz wegfällt, dann …“ ist sich das Stadtoberhaupt sicher. Dem hält Herrmann entgegen, dass bei den Anliegern für Verständnis geworben werden müsste, gebe es doch solche Fahrradzonen nicht nur in Großstädten und auch in Gießen, sondern auch in immer mehr kleineren Städten. „Das ist alles zu regeln, durch Gespräche, das Aufstellen von Schildern und Markierungen auf der Straße“, ist sich Herrmann sicher.

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